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Mehrfachversicherung


In Österreich müssen für jedes Erwerbseinkommen Beiträge für die Sozialversicherung bezahlt werden. Das führt dazu, dass bei mehr als einem Job und mehr als einem Einkommen auch mehrfach Beitragszahlungen zur Pensions-,  Kranken- und Unfallversicherung entstehen können.  

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Warum?

„Ich kann nur einmal krank werden, warum muss ich dann zwei Mal Krankenversicherung bezahlen?“ Der Klassiker unter den Fragen, wenn es um das Thema Mehrfachversicherung geht.

Diese Regelung dient vor allem der höheren Beitragsgerechtigkeit. Wie ist das gemeint? Vergleichen wir zwei Personen: eine Person mit einem einzigen Einkommen von 3.000 € monatlich und eine Person, die aus zwei Einkommensquellen je 1.500 € verdient. Es ist nur schwer argumentierbar, dass die Beiträge der einen Person von 3.000 € berechnet werden und die der mehrfachversicherten Person lediglich von einem Einkommen, also von 1.500 €. Eigentlich sollte die Sozialversicherungsbeiträge beider Personen exakt gleich hoch sein.

Es geht also bei diesem Thema nicht darum, das Risiko des Krankwerdens doppelt abzusichern, sondern sicherzustellen, dass die Beiträge bei jedem nach dem Gesamteinkommen berechnet werden.

Abgeriegelt wird diese Berechnung durch die Höchstbeitragsgrundlage. Deren Wert beträgt heuer EUR 68.040,00. Übersteigt das jährliche Gesamteinkommen diese Grenze, so werden von diesem Teil der Einkünfte, also alles über EUR 68.040,00 keine Beiträge mehr verrechnen.

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Wann?

Die gängigste Form der Mehrfachversicherung besteht bei mehreren Erwerbstätigkeiten über der Geringfügigkeitsgrenze. Wenn zum Beispiel ein Arbeiter nebenbei Landwirt, ein öffentlich Bediensteter auch noch angestellt oder ein Angestellter gleichzeitig auch selbständig ist.

Daneben gibt es aber auch noch andere Konstellationen. Wenn jemand neben einem sogenannten „Erwerbsersatzeinkommen“ auch noch einer Tätigkeit nachgeht. Beispielsweise wenn jemand neben dem Kinderbetreuungsgeld oder in der Pension noch aktiv tätig ist.

Daneben gibt es aber auch noch Konstellationen, die nicht als Mehrfachversicherung gelten. Etwa wenn jemand nach einem Landesgesetz versichert ist, hat das keinen Einfluss auf die Berechnung nach einem Bundesgesetz (z. B. das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz). Zum Beispiel gilt das bei jemanden, der als Angestellter bei der Krankenfürsorgeanstalt (KFA) (nach dem Wiener Landesgesetz) pensions- und krankenversichert ist.

Bei einer Versicherung nach mehreren Bundesgesetzen (z. B. angestellt und selbständig tätig, Arbeiter und Landwirt) gibt es aber Konstellationen, die die Beitragsberechnung beeinflussen können.

Nähere Informationen finden Sie auch im Kapitel  Versicherung und Beiträge sowie in den bereitgestellten Informationsblättern rechts in der Linkbox.