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Selbstbehalt


Für die Kosten eines verordneten Medikamentes ist zwischen Sach- und Geldleistungsberechtigen zu unterscheiden. 

Uebersicht_Selbstbehalte.JPG Für beide gilt: Bei Bezug jedes Medikaments müssen Sie eine Rezeptgebühr in der Höhe von EUR 5,70 bezahlen.

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Sachleistungsberechtigte

Sachleistungsberechtigte Versicherte erhalten die benötigten Medikamente grundsätzlich auf einem „Kassenrezept“ verordnet. Dabei müssen Sie für den Bezug jedes Heilmittels eine Rezeptgebühr in der Höhe von EUR 5,70 entrichten. Das gilt für jede Originalpackung einer pharmazeutischen Spezialität und für jede magistrale Zubereitung.

Die Rezeptgebühr wird zusammen mit den Kosten für das Medikament von der Apotheke eingehoben und direkt mit der SVA verrechnet. 

Während Vertragsärzte Heilmittel auf einem Kassenrezept verordnen, dürfen dies Wahlärzte nur auf einem Privatrezept. Wurde Ihnen ein Medikament auf einem Privatrezept verschrieben, kann das Privatrezept auf ein Kassenrezept umgeschrieben werden. Dadurch können Sie die verordneten Heilmittel in der Apotheke auf Rechnung der SVA beziehen und haben in der Apotheke nur die Rezeptgebühr zu bezahlen. Nutzen Sie diese Möglichkeit nicht, müssen Sie das Medikament zunächst selbst bezahlen. Sie können dieses Rezept jedoch im Anschluss bei uns einreichen. Ihnen können dann von uns 80 Prozent der Kosten abzüglich der EUR 5,70 Rezeptgebühr pro Packung rückerstattet werden.

Info

Bitte beachten Sie die Richtlinien über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln und Heilbehelfen (RöV) vom Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherung:

  • Auf Kosten der Sozialversicherung dürfen nicht alle in Österreich zugelassenen Medikamente verschrieben werden, sondern nur die im „Erstattungskodex“ angeführten.
  • Für bestimmte Medikamente ist eine chefärztliche Bewilligung erforderlich. Diese muss der Arzt einholen, der das Medikament verschreibt.
  • Auf einem Rezept sind bestimmte Abgabemengen zu beachten (in der Regel zwei Kleinpackungen oder eine Großpackung pro Medikament).
  • Ein Medikament können Sie mit demselben Rezept nur einmal beziehen.
  • Bei gleich wirksamen Medikamenten darf Ihr Arzt nur das ökonomisch günstigere verschreiben.

Das Rezept müssen Sie bei der Apotheke abgeben. Daher können Sie nicht mehrmals auf einem Kassenrezept verordnetes Medikament beziehen.
In Sonderfällen ist ein wiederholter Bezug auch beim Kassenrezept möglich (Repetaturvermerk notwendig!).

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Geldleistungsberechtigte

Geldleistungsberechtigte Versicherte erhalten die benötigten Medikamente stets auf Privatrezept verordnet. Sie müssen das Medikament in der Apotheke zunächst selbst bezahlen und erhalten von der SVA 80 Prozent der Kosten abzüglich EUR 5,70 Rezeptgebühr pro Packung rückerstattet.

Für Geldleistungsberechtigte gelten die Richtlinien über eine ökonomische Verschreibweise nicht, außer das Privatrezept wird auf ein Kassenrezept umgeschrieben.

Wenn es die Behandlung erfordert, kann das Medikament grundsätzlich bis zu sechsmal in den verbrauchsüblichen Abständen bezogen werden. 

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Wann können Sie von der Rezeptgebühr befreit werden? 

  • Ausgleichszulagenbezieher: Sollten Sie Bezieher einer Ausgleichszulage sein, sind Sie automatisch, also ohne gesonderten Antrag, von der Rezeptgebühr befreit.
  • Anzeigepflichtige übertragbare Krankheiten: Sollten Sie an einer anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten leiden, wird keine Rezeptgebühr eingehoben (z. B. HIV, Cholera).
  • Besondere soziale Schutzbedürftigkeit 

Darüber hinaus können Sie bei Vorliegen von „besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit“ von der Rezeptgebühr befreit werden. Eine solche ist dann anzunehmen, wenn das monatliche Nettoeinkommen EUR 882,78 nicht übersteigt. Für Ehepaare bzw. Lebensgefährten im gemeinsamen Haushalt beläuft sich die Einkommensgrenze auf EUR 1.323,58.

Haben Sie infolge Krankheit oder Gebrechen überdurchschnittliche Ausgaben zu tragen, erhöht sich diese Einkommensgrenze um 15 Prozent.
Haben Sie Kinder, so wird die jeweilige Einkommensgrenze pro Kind um EUR 136,21 angehoben, sofern deren Nettoeinkommen unter EUR 324,69 liegt.
Leben in Ihrem gemeinsamen Haushalt Personen mit eigenem Einkommen, so muss dieses Einkommen berücksichtigt werden. 

Die Befreiung von der Rezeptgebühr wird grundsätzlich befristet festgestellt.

  • Erreichung der Rezeptgebührenobergrenze: Sollten Sie pro Kalenderjahr die gesetzlich festgelegte Rezeptgebührenobergrenze (das sind zwei Prozent des jeweiligen Jahresnettoeinkommens) erreichen, wird keine Rezeptgebühr mehr eingehoben.

Rechts in der Linkbox finden Sie das Antragsformular zur Befreiung von der Rezeptgebühr. 

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Welche Präparate können nicht auf Kosten der SVA bezogen werden?

  • Medizinalweine und weinhaltige Zubereitungen
  • Mineral- und andere Wässer
  • Badezusätze ohne nachgewiesene therapeutische Wirkung
  • Kosmetika
  • Mittel zur Entwöhnung vom Nikotingebrauch
  • Aktivierungs- und Revitalisierungsmittel
  • Potenzmittel
  • Arzneimittel zur Empfängnisverhütung
  • Arzneimittel für die körperliche Hygiene
  • Arzneimittel zur Unterstützung von gewichtsreduzierenden Maßnahmen (z. B. Appetitzügler)
  • etc.